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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Rühme

Im Herzogtum Braunschweig wurde am 05.Mai 1874 das „Gesetz, das Feuerhülfswesen betreffend…“ veröffentlicht. Es löste die bis dahin geltende „Allgemeine Feuerordnung für die Landgemeinden“ aus dem Jahre 1832 ab.
Die Gemeinden bekamen die Auflage, eine „Feuerwehr, behufs Bekämpfung der Schadenfeuer…“ zu bilden. Schon wenige Monate nach Inkrafttreten des Braunschweigischen Feuerhülfsgesetzes, im August 1874, gründeten Rühmer Bürger die Freiwillige Feuerwehr Rühme.

Als erste Mitglieder sind bekannt:

Fabrikinspektor Louis Kükelhahn
Landwirth Hugo Schwanenberg
Landwirth August Jäger
Wegewärter Friedrich Jahns
Anbauer Christoph Lehnert
Schlachter Heinrich Kamp
Kothsaß Wilhelm Behrens

Gründungsmitglieder 


Gründungsmitglieder der Feuerwehr Rühme

Auf dem Bild sind die Gründungsmitglieder zusehen
Die Aufnahme (ca. um 1884) wurde vor dem alten Spritzenhaus neben dem heutigen Restaurant Wendenturm aufgenommen.

Anfangs stand den Kameraden eine tragbare Handdruckspritze mit einer Leistung von 200l/min zur Verfügung. Des Weiteren wurde die Ausrüstung mit Schläuchen, Armaturen, tragbaren Leitern und Einreißhaken komplettiert. In den folgenden Jahren wurde die Ausrüstung durch eine fahrbare Handdruckspritze mit 300 l/min verbessert. Zu dieser Zeit war die Feuerwehr militärisch organisiert, schließlich war eine „einexerzierte Feuerwehr“ vom Gesetzgeber gefordert. Nicht ohne Grund, denn die Bedienung der Handdruckspritze, die bis zu 20 Mann erforderte, musste mit der nötigen Übung erfolgen.
Ab 1930 wurde die Ausstattung und Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Rühme wesentlich verbessert. So konnten die Kameraden 1930 ein großräumiges Feuerwehrhaus an der Osterbergstraße beziehen. Die neue Unterkunft wurde vorher als Bootshaus im Kennel genutzt. 1934 wurde die Gemeinde Rühme in die Stadt Braunschweig eingemeindet. Somit wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Rühme der Berufsfeuerwehr Braunschweig unterstellt. Gleichzeitig wurde aber auch die Ausrüstung verbessert, so konnten die Kameraden nun auf eine motorgetriebene Tragkraftspritze zurückgreifen. Nicht lange ließ auch ein Fahrzeug auf sich warten. Das Fahrzeug, das 1937 in Dienst gestellt wurde, konnte eine Löschgruppe und die nötige Ausrüstung aufnehmen, die Pumpe wurde auf einen Anhänger mitgeführt. Diese erfreuliche Entwicklung wurde aber durch politische und organisatorische Bedingungen getrübt. So führte die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933, im Jahr 1938 zur Umwandlung der Freiwilligen Feuerwehr in eine Hilfspolizeitruppe.

Im 2ten Weltkrieg war die Stadt Braunschweig Ziel zahlreicher Luftangriffe, die verheerende Schäden verursachten. Zur Eindämmung dieser Schäden war auch die Einsatzbereitschaft der Rühmer Wehr besonders gefordert. So wurden die Kameraden im ganzen Stadtgebiet teilweise über mehrere Tage eingesetzt. Unter dem Feuerwehrkommandanten Walter Meyer waren diese kriegsbedingten Einsätze des Jahres 1944 dabei:
15.03.1944 Roggenmühle Lehndorf, Holz-Becker, Celler Straße
05.08.1944 Konservenfabrik Hintze und Umgebung Rühme
15.10.1944 Münzberg / Veltenhof, Pestalozzistraße, Pädagogische Hochschule, Brauerei National-Jürgens, Standortlazarett Gliesmaroder Straße, Göttingenstraße.

Im Luftschutzbunker Rühme, in der Auerstraße, war zusätzlich eine Lotsenstelle eingerichtet. Sie übernahm, nach Luftangriffen, die Führung der nachrückenden auswärtigen Feuerwehren in die Einsatzgebiete der Stadt. Das Bild zeigt den Bunker an der Auerstr. nach der Sprengung durch die britische Armee. Auf dem Gelände gegenüber der Kath.Kirche befindet sich heute ein Garagenhof. Die Fundamente des Bunkers sind nicht entfernt worden und 1954 bei Beseitigung der Trümmerreste durch Erdboden überdeckt worden. ( die aufgemalte Nummer DB 1954 (
Disarmament Branch) wurde durch die brit.Armee angebracht.) Der Bunker bot Platz für 625 Personen, gebaut 1941/1942 und bereits 1947 als erster und einzigster Bunker in Braunschweig seitdem gesprengt.Ehemaliger Luftschutzbunker und Lotsenstelle in Rühme, nach der Sprengung

Die Nachkriegszeit war auch für den Bestand der Freiwilligen Feuerwehr Rühme schwierig. Das Löschfahrzeug wurde von der britischen Militärregierung beschlagnahmt und ging verloren. Die Wehr wurde aus der Polizeiorganisation herausgelöst und damit wieder eine Einrichtung der Stadt. Trotz der allgemeinen Notlage und Mangelernährung wurde der Dienst wieder aufgenommen. In den ersten Jahren konnten nur wenige Bürger für die Wehr gefunden werden.
Ab Mitte der fünfziger Jahre ging es wieder bergauf. 1956 konnte eine Tragkraftspritze (TS 8/8) mit dem dazugehörigen Anhänger (TSA) in Dienst gestellt werden. Der Anhänger wurde mittels Trecker bzw. Unimog gezogen. Es fanden sich auch wieder mehr Männer bereit, in der Feuerwehr Dienst zu leisten. Diese Ausstattung wurde bis Anfang der siebziger Jahre genutzt.

Die Ausstattung verbessert sich deutlich, nachdem sich Kameraden für 10 Jahre Dienst im Katastrophenschutz verpflichtet hatten. Im Feuerwehrhaus standen jetzt 2 Fahrzeuge bereit. Es wurden der Freiwilligen Feuerwehr Rühme ein Löschgruppenfahrzeug (LF 16 TS) und ein Schlauchkraftwagen (SKW) zur Verfügung gestellt. Die Zusammenstellung dieser Fahrzeuge ermöglicht besonders gut die Wasserversorgung über lange Wegstrecken. Die neue Ausrüstung hatte aber auch zur Folge, dass die Ausbildung umfangreicher wurde. Die Kameraden mussten sich nicht nur mit dem erweiterten Geräteumfang, sondern auch mit dem Zusammenspiel in größeren Verbänden auskennen.

Aus der neu gewonnen Mobilität resultierten vermehrt überörtliche Einsätze im Stadtgebiet und darüber hinaus. (Heidebrände 1975 und 1976).


Löschgruppenfahrzeug und Wechsellader

 Zwei bis Dezember 2008 in Rühme stationierte Fahrzeuge, Löschgruppenfahrzeug LF16TS und Wechselladerfahrgestell mit Abrollbehälter Schlauch 2000.

Im Jahre 1976 wurde, zur Nachwuchsgewinnung unserer Wehr, die Jugendfeuerwehr Rühme gegründet. Sie ist seitdem ein Garant für qualifizierten Nachwuchs. Aus ihren Reihen gingen bereits einige unserer heutigen Führungskräfte hervor. Die Jugendfeuerwehr feierte 2006 ihr 30 jähriges Jubiläum.

Führungskräfte der Jugendfeuerwehr (Jugendfeuerwehrwart)
Kurt Aukam 1976 – 1981
Siegfried Wutke 1981 – 1982
Norbert Huth 1982 – 1988
Paul Walkowiak 1988 - 1991
Dirk Rose 1991 – 1996
Marcus Bartsch 1996 – 1999
Thomas Rudnik 1999 - 2005
Karl Rudnik  2005 - 2011
Bianca Stropp seit 2011

Anfang der achtziger Jahre stellten die Kameraden zunehmend Mängel an der baulichen Substanz des Feuerwehrgerätehauses fest. Nach vielen Begutachtungen, Diskussionen und mit Unterstützung von Bezirksbürgermeisterin Inge Kükelhahn, konnte 1984 mit dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses begonnen werden. Die Bauarbeiten wurden zum Teil von den Kameraden in Eigenleistung durchgeführt und somit konnte die Stadtverwaltung ca. 100.000.- DM einsparen. Unterstützt wurden die Männer von ihren Angehörigen, die während der Bauzeit auf sehr viel gemeinsame Freizeit verzichtet haben. Am 26. Oktober 1986 konnte das Feuerwehrhaus Rühmeneue Feuerwehrhaus eingeweiht werden. Jetzt stand der Freiwilligen Feuerwehr Rühme eine zeitgemäße Unterkunft mit sanitären Anlagen, Schulungsraum und beheizter Fahrzeughalle zur Verfügung. Ein Jahr später, 1987, wurde der Schlauchkraftwagen außer Dienst gestellt. Als Ersatz wurde der Freiwilligen Feuerwehr Rühme ein Abrollbehälter Schlauch 2000 übergeben, leider vorerst ohne Trägerfahrzeug, einem so genannten Wechselladerfahrzeug (WLF). Für Ausbildung und Einsatz musste solch ein Fahrzeug von der Berufsfeuerwehr geholt bzw. gebracht werden.

1995 war dieser Zustand beendet, denn ein Wechseladerfahrzeug wurde im Feuerwehrhaus stationiert. Nachdem im Jahre 1989 das Löschgruppenfahrzeug die Altersgrenze weit überschritten hatte und ausgemustert wurde, stand der Wehr vorübergehend ein Reservefahrzeug der Ortsfeuerwehr Mascherode zur Verfügung. Im Frühjahr 1990 wurde der Wehr vom Katastrophenschutz ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 16-TS) zugewiesen.

Dieses Fahrzeug ist mit einer unfangreichen Ausrüstung ausgestattet, die sicherlich auch ausreichend für überörtliche Einsätze ist.

Gerade auch auf Grund dieser Ausstattung wurde die Freiwillige Feuerwehr Rühme im Jahr 2002 mit als einer der ersten Wehren aus dem Regierungsbezirk Braunschweig zur Hochwasserkatastrophe an die Elbe bei Wörlitz (Sachsen-Anhalt) entsandt und 2006 erneut zur Hochwasserkatastrophe bei Lüchow / Dannenberg.

Diese Katastrophe und auch die zahlreichen Hochwassereinsätze im Stadtgebiet von Braunschweig, welche die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mit der Berufsfeuerwehr bewältigten, veranlasste den Leiter der Berufsfeuerwehr, Dipl.-Phys. Hans-Joachim Gressmann, die Umbenennung der Freiwilligen Feuerwehren. Seit dem 01.01.2004 lautet nun die offizielle Bezeichnung der Wehr in Rühme: „Feuerwehr Braunschweig – Ortsfeuerwehr Rühme“.

Das Ortsbild von Rühme und somit der Ausrückebereich der Ortsfeuerwehr Rühme hat sich in den Jahrzehnten seit der Gründung erheblich verändert. So wurde aus einer ländlichen Gemeinde Rühme ein Stadtteil mit Wohnbebauung, gewerblich/industriellen Arealen und den dazugehörigen Verkehrsadern. Diesem Gefahrenpotential begegnen die Kameradinnen und Kameraden mit guter Ausrüstung sowie ständiger Aus- und Fortbildung.
Zunehmend entlasten in den letzten Jahren, Kameradinnen und Kameraden die Berufsfeuerwehr bei Brandsicherheitswachen (Staatstheater und im Kleinen Haus).

Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr Rühme seit ihrer Gründung:
Louis Kükelhahn 1874 – 1894
Hugo Schwanenberg 1895 – 1921
Walter Schwanenberg 1922 – 1940
Walter Meyer 1940 – 1948

Während der Kriegsjahre 1939 – 1945 waren im Wechsel oder gleichzeitig die Kameraden Karl Reupke, Heinrich Hilgendag, Hermann Wurm und Walter Meyer für die Wehr bzw. für den damaligen SHD (Selbstschutz) tätig.

Karl Reupke 1948 – 1968
Heinrich Wathling (komm.) 1969 – 1970
Bernd Berkau 1971 – 1981
Karl Schmiedler 1982 - 1983
Dirk Flügge 1983 - 2000
Marcus Bartsch 2000 – 2005
Martin Diedrich 2005 - 2011
Hermann-Billung Meyer seit 2011



Aktuelle Nachrichten



Jahreshauptversammlung 2012

Bericht zur Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Rühme am 21.02.2012.

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Grundsätzliches:Jeder kann Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr werden.Jede Bürgerin oder Bürger ab 16 Jahre kann in den aktiven Feuerwehrdienst eintreten, sofern die körperlichen und geistigen Fähigkeiten dieses zulassen.

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